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Lukas Schreier: Schule vs. Motorsport

„Schnell abhaken und nach vorne schauen“ heißt die Devise für Lukas Schreier nach den Läufen fünf und sechs des Porsche Carrera Cup Deutschland auf dem Hungaroring in der Nähe von Budapest. Nach zwei sehr kampfbetonten Rennen lag er jeweils auf dem 24. Rang.

Doch Lukas wusste schon vor dem Wochenende, dass es für ihn sehr schwer werden wird. Der 18-Jährige musste am Freitag noch seine letzte Abiturprüfung absolvieren und konnte deswegen nicht am Freien Training teilnehmen. Im weltweit stärksten Markenpokal mit 37 Startern, keine gute Ausgangssituation, denn somit musste er am Samstag sofort ins Qualifying starten. Aber die Schule hatte Vorrang, auch wenn dies die Startplätze 27 und 29 zur Folge hatte. 


Doch wenn man kein Glück hat, kommt meistens auch noch Pech dazu: Die Datenaufzeichnung seines Porsche 911 GT3 Cup war im Zeittraining ausgefallen und Lukas musste quasi „blind“ ins erste Rennen starten. „Durch die fehlenden Daten konnte ich nicht analysieren an welchen Stellen ich Zeit gewinne oder verliere“, erklärt er, „oder wie wir das Setup des Porsche verbessern können.“ Allerdings hatten Lukas und sein Team ZaWotec Racing das Setup gut getroffen und er war in der Lage die Zeiten der Spitzengruppe zu fahren.


„Ich konnte von Anfang an Druck auf meine Konkurrenten ausüben“, berichtet Lukas, der schnell zwei Konkurrenten überholen konnte. Dabei gehört der Hungaroring zu den Strecken, auf denen es keine Überholmöglichkeit gibt. Im Anschluss fuhr er innerhalb weniger Runden eine Lücke von sechs Sekunden zu, bevor er sich die nächsten zwei Piloten vornahm. Leider donnerte ihm auf der Geraden ein Konkurrent ins Heck und Lukas verlor sechs Positionen. Als drittbester Rookie überquerte auf Position 24 die Ziellinie. Immerhin hatte nun die Datenaufzeichnung funktioniert und die Mannschaft konnte sich besser auf Rennen zwei vorbereiten.


Dort  erwischte Lukas einen sehr guten Start, musste aber vor der ersten Kurve vom Gas gehen, um eine Kollision zu vermeiden. „Ich hatte einfach keinen Platz mehr – zu keiner Seite“, erzählt er. „Es war überhaupt ein Wunder, dass nicht mehr passiert ist. Schließlich rasen hier 37 Fahrzeuge auf die erste Kurve zu.“ Lukas versuchte im Anschluss alles, um Plätze gutzumachen und überfuhr dabei leider den Porsche und die Reifen. „Das geht bei dem Porsche sehr schnell. Wenn man einmal zu viel rutscht, überhitzen die Reifen sofort und verlieren die Haftung. Dann rutscht man noch mehr, die Reifen überheizen weiter und es geht nichts mehr. Ein Teufelskreis der sich aufschaukelt.“ Zu allem Überfluss wurde er erneut von einem Konkurrenten getroffen. Lukas konnte den Porsche gerade noch abfangen und einen Dreher vermeiden. Leider rutschten dennoch einige Konkurrenten durch und er musste sich erneut mit dem 24.Platz zufrieden geben. In der Rookie-Wertung liegt er weiterhin auf dem zweiten Platz.


„Mir war von Anfang klar, dass es an diesem Wochenende sehr schwer wird“, so Lukas. „Trotzdem war unsere Rennperformance sehr gut. Wir müssten weiterhin an unserer Leistung im Qualifying arbeiten. Wenn wir es schaffen, weiter vorne zu starten, ist ein Platz in den Punkterängen kein Problem. Immerhin habe ich mein Abitur jetzt hinter mir und kann mich in den kommenden Monaten auf den Motorsport konzentrieren.“


Die nächsten Rennen des Porsche Carrera Cup Deutschland werden am 27. und 28. Juni ausgetragen. Zuvor wird Lukas zusammen mit seinem Team ZaWotec Racing einen Gaststart beim Porsche Supercup im Rahmen der Formel 1 auf dem Red Bull Ring (20. – 22. Juni) absolvieren.


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